Kunst kommt von Können und diese Künstler konnten etwas, das Beste daran ist, sie stammen allesamt aus unserer Heimat Ostpreußen, aus unserem Heimatkreis Wehlau.
„Die große Kunst hat nur ein einziges Vaterland: den Himmel, in dem die göttliche Kraft von Ewigkeit zu Ewigkeit waltet.“ – diese Worte von Lovis Corinth könnten als Richtschnur seines Schaffens gelten. Der Mensch Lovis blieb seiner Heimat Ostpreußen und seiner Heimatstadt Tapiau ein Leben lang treu. Paul Fechtner sagte einmal über Lovis Corinth: Man empfand immer deutlicher, dass dieser Ostpreuße nicht nur das stärkste, unmittelbarste, sondern zugleich das feinste, fast war man versucht zu sagen, das kultivierteste Talent seiner Generation und mehr als nur ein Talent gewesen war. Er besaß die Faust des östlichen Menschen und seinen Mut zum Wirklichen; er besaß aber auch die östliche Sehnsucht nach den leichten, feinen Seiten des Lebens… .„Wer nicht wagt , kommt nicht nach Wehlau, wer zuviel wagt, kommt nach Tapiau, ich hatte soviel Wagemut, dass ich sogar das Licht der Welt in Tapiau erblickte. – sagte er einmal.

Tapiau gehörte lange Zeit nicht zu den Orten der besonderen Aufmerksamkeit bei Touristen, obwohl genau hier das Geburtshaus des berühmten Malers Lovis Corinth, der zu den bedeutenden deutschen Impressionisten gehörte, steht. Diese Sehenswürdigkeit ist in der Region bereits gut bekannt, sie wurde als „Zweigstelle“ des Königsberger Museums der Schönen Künste eröffnet. Lovis Corinths Elternhaus in der ehemaligen Wasserstraße wurde 1825 erbaut und gehörte der Mutter des Künstler, Amalia Wilhelmine Buttcher, die auch eine Gerberei und ein an das Haus angrenzendes Grundstück besaß.  Die Wohnräume und eine Küche mit Räucherkammer befanden sich im Erdgeschoß. Von der Vorderseite in das Dachgeschoß führte eine steile Treppe wo die Mägde und Knechte schliefen. Einen Überblick auf die Ställe, die Scheune und den Hühnerstall hatte man von der steinernen Veranda und das dortige Leben waren die ersten Motive des Künstlers Lovis Corinth.  1858 wurde ihr Sohn geboren, den sie Franz Heinrich Louis nannten. Von 1866 bis 1873 besuchte Lovis Corinth das Kneiphöfische Gymnasium in Königsberg und lebte während dieser Zeit bei seiner Tante. Später nahm er an der Kunstakademie in München ein Studium auf, kehrte aber zeitlebens oft in seine Heimat Tapiau zurück, wo er viele schöne Werke schuf. Das Geburtshaus des Künstlers in Tapiau hat die Zeit überdauert. Während der Zeit der UdSSR und nach dem Zerfall der Sowjetunion… lesen Sie weiter in der Heimatbrief -Sonderausgabe 80 Jahre Flucht und Vertreibung auf Seite 132.

Jeder, der sich eingehend mit Ostpreußen , seinen Menschen und seiner Kultur beschäftigt, trifft fast zwangsläufig auch auf Erich Behrendt, geboren 1899 in Wehlau – ein bekannter Maler und Graphiker. Erich Behrendt besuchte die Deutsch-Ordens-Schule in Wehlau und interessierte sich bereits sehr früh für die Malerei. Nachdem er als junger Mann in den Jahren 1917 und 1918 noch als Soldat am I. Weltkrieg teilnehmen mußte, besuchte er ab 1918 die Kunstakademie Königsberg. Dort war er Meisterschüler von Professor Ernst Degner und erhielt ein eigenes Atelier. 1924 holte ihn der berühmte Max Liebermann nach Berlin, wo er seine Werke in mehreren Ausstellungen zeigte. Er verdiente seinen Lebensunterhalt als Maler; sogar Museen und die Preußische Staatsbibliothek erwarben Bilder von ihm. Eine besondere Auszeichnung für Erich Behrendt war, als er das Stipendium der Hugo. J. Herzfeld Stiftung erhielt. Wegen seiner Kontakte zu Gegnern des Nationalsozialismus wurde er verhaftet und verhört; Ausstellungen waren ihm nach der Machtergreifung der Nazis nicht mehr möglich. Er wurde 1939 zur Wehrmacht eingezogen und blieb bis 1945 Soldat. Im Jahre 1944 wurde bei einem Bombenangriff seine Wohnung in Berlin zerstört und mit ihr alle dort befindlichen Bilder. Er lebte nach Ende des II. Weltkrieges von 1945 bis 1951 in Wilster, wohin er als Heimatvertriebener gelangt war. Hier traf er… lesen Sie weiter in der Heimatbrief -Sonderausgabe 80 Jahre Flucht und Vertreibung auf Seite 128.

Den bedeutendsten Expressionisten Ostpreußens genannt, der Maler Ernst Mollenhauer, wurde am 27. August 1892 in Tapiau geboren. Durch Lovis Corinth, ebenfalls aus Tapiau stammend und ein Freund seines Vaters, erfuhr er früh Förderung und durfte so ab 1913 an der Kunstakademie Königsberg u.a. bei Richard Pfeiffer studieren. Im Ersten Weltkrieg war Mollenhauer Soldat in Polen, Italien, Russland und Frankreich. Unmittelbar nach Ende des Krieges nahm er sein Studium wieder auf, beteiligte sich an der Gründung der Künstlervereinigung „Der Ring“ und war ab 1920 Meisterschüler bei Arthur Degner. Nach einem Malereistudium an der Königsberger Akademie zog es Mollenhauer in den berühmten Künstlerort Nidden an der Ostsee, wo er expressionistischen Malern wie Pechstein begegnete. Bedingt durch die Kriegswirren, leidvoller Verfemungen und den Verlust eines großen Teils seiner Werke zog es Mollenhauer schließlich in den Westen. 1950 besaß er wieder ein eigenes Atelier im Düsseldorfer Künstlerhaus und richtete sich auf Sylt ein weiteres Atelier ein, das ihn… lesen Sie weiter in der Heimatbrief -Sonderausgabe 80 Jahre Flucht und Vertreibung auf Seite 128.

Ein weiterer zeitgenössischer deutscher Maler und Zeichner aus unserer Heimat ist Manfred Neumann, 1938 in Groß Weißensee geboren. Von 1952 bis 1955 absolvierte er eine Malerlehre. Danach studierte er zuerst bis 1959 an der Fachschule für angewandte Kunst Heiligendamm und von 1959 bis 1964 bei Heinz Lohmar und Rudolf Bergander an der Hochschule für Bildende Künste Dresden. Er arbeitet seit 1966 als freiberuflicher Künstler in Frankfurt (Oder). In der DDR hatte Neumann eine bedeutende Zahl von Einzelausstellungen und war er an wichtigen zentralen und regionalen Ausstellungen beteiligt, u. a. von 1972 bis 1988 an der VII. bis X. Kunstausstellung der DDR in Dresden. Von 1973 bis 2008 nahm er beidseits der Oder… Heimatbrief -Sonderausgabe 80 Jahre Flucht und Vertreibung auf Seite 128.